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Dorfwappen | Geschichte

Das Ortswappen von Pleizenhausen

ist abgeleitet vom Rheinland-Pfälzischen Landeswappen hat die Form des heraldischen Rundschildes.

Beschreibung aus der Genehmigung der Bez. Regierung Koblenz vom 11.12.1980:

Schild geteilt  und oben gespalten. 
Vorn in Schwarz ein rot bewehrter und gezungter goldener Löwe (1),
nach links schreitend.

Hinten von Rot und Silber geschacht (2),  belegt mit einem goldenen Bergahornblatt  
3) Unten in Silber zwei schwarze einander zugewendete Enten 4).

 

Erklärung:

1) Pfälzer Löwe =König der Tiere mit scharfen Krallen weist auf die Zugehötigkeit zur Pfalz Simmern hin; 

2) Das Schachbrett weist auf den Besitz der Grafen von Sponheim und der Gerichtsbarkeit in Pleizenhausen.

3) Das Berg-Ahornblatt dokumentiert den Waldreichtum der Gemarkung

4) Die Enten stehen für die Pleizenhausener Bürger, die in den Nachbardörfern als „Enten“ bezeichnet werden.

 

Kleine Chronik von Pleizenhausen ( aus der Festzeitschrift zur 900-Jahr-Feier im Juli 1998 )

Pleizenhausen wurde erstmals urkundlich in einem Güterverzeichnis des St. Simeonsstifts zu Trier im Jahre 1098 erwähnt. Doch ist anzunehmen, dass sich auf dem Gebiet der heutigen Gemarkung schon viel früher menschliche Siedlungen befanden, denn im Südwesten, vom Ort aus gesehen, stößt man heute noch auf den Äckern auf Reste einer ehemaligen römischen Villa. Auch traten bei Straßenbauarbeiten die Steine einer schon lange vermuteten Römerstraße zu Tage.

 

1251 hatte König Wilhelm von Holland ein Heerlager zu Pleizenhausen, von wo aus er weiter nach Boppard zog. In der Folgezeit wechselte die Zugehörigkeit von Pleizenhausen häufig.

 

1263 verkaufte der Ritter Eberhard von Sütersten den Pleizenhausener Brühl an das Zisterzienserkloster Kumbd. Die Grafen von Sponheim teilten sich mit den Herren von Stein Kallenfels die 24 Lehen zu gleichen Teilen. Jedem stand die Hälfte der Gerichtsfälle, Bußen und Frevel zu.

 

Im Jahre 1400 belehnte der Pfalzgraf Rupprecht den Dietmar von Reifenberg mit dem Zehnten von Pleizenhausen.

1500 gab es in Pleizenhausen 20 Hofstätten und war in die Gerichtsbarkeiten Kurpfalz, Sponheim Kastellaun sowie die Stein-Kallenfelser und die Schmidtburger aufgeteilt.

 

Seit 1673 gab es eine Schule in Pleizenhausen, die für die Dörfer Bergenhausen, Pleizenhausen, Rayerschied und Altweidelbach zuständig war.

 

Häufig kam es zu Streitigkeiten zwischen Eltern, Lehrern und geistlicher Schulaufsicht über Schulbesuchszeiten und Lehrerbesoldung. 1738 schieden die Altweidelbacher wegen des weiten Schulweges aus dem Verbund aus. Bis 1824 war die Schule im

Chronik

sogenannten Alten Gebäude, das neben der Kirche stand, untergebracht. Es handelte sich um ein großes Stallgebäude, in dessen Obergeschoss sich der Schulsaal befand. Danach errichtete man gegenüber dem damaligen Pfarrhaus ein kleines Schulgebäude mit Lehrerwohnung, welches 1911 ausgedient hatte, weil ein neues, für damalige Verhältnisse komfortableres Schulhaus in Betrieb genommen wurde. 1971 wurde in dieser Schule letztmalig unterrichtet.

 

An der Stelle, auf der die 1793 errichtete Kirche steht, befand sich schon in den Jahrhundertwenden vorher eine Kirche, die dem Heiligen Wendelinus geweiht war.

1706 kam diese Kirche in den Besitz der Reformierten. Die Katholiken errichteten weiter südlich 1772 eine eigene, die heutige Wendelinuskapelle.

 

Im zweiten Weltkrieg gerieten 1943 währen eines Luftkampfes drei landwirtschaftliche Anwesen durch Leuchtspurgeschosse in Brand.

 

Zwischen Bergenhausen und Pleizenhausen gab es ein Lager des Reicharbeitsdienstes, welches 1945 durch Bomben völlig zerstört wurde.


In den sechziger und den siebziger Jahren wurde der Ort ausgesprochen häufig von Brandkatastrophen heimgesucht, so dass man meinen

Chronik

 

konnte, der alte Name Blitzenhusen würde wie ein Verwünschung in die Gegenwart wirken.


Das 1945 durch Bomben zerstörte Reichsarbeitsdienstlager. Im Juli 1998 feierte die Gemeinde ihr 900-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Bilder der Feierlichkeiten, an die man sich noch heute gerne erinnert, sind in der Rubrik 900-Jahr-Feier zu sehen.

900-Jahrfeier der Ortsgemeinde Pleizenhausen vom 03. bis 06. Juli 1998

Pleizenhausen wurde erstmals im Jahre 1098 in einem Güterverzeichnis des St. Simeonsstiftes zu Trier urkundlich erwähnt. Obwohl anzunehmen ist, dass sich auf dem Gebiet der heutigen Gemarkung bereits viel früher menschliche Siedlungen befanden, war dies für die Gemeinde Pleizenhausen Anlass genug, den 900. Jahrestag der ersten urkundliche Erwähnung mit einer großen Feier zu begehen. Bereits 3 Jahre vor dem großen Fest wurde mit den Planungen begonnen. Das speziell für dieses Vorhaben gegründete Organisationsteam plante, organisierte und werkelte bis zur letzten Minute. Der kleine Ort putzte sich heraus, wie man es noch nicht gesehen hatte.

 

Bereits am Sonntagmorgen des 14.06.1998 übertrug der Südwestfunk die Hörfunksendung "Morgenläuten aus Pleizenhausen", ein gelungener Auftakt zur anstehenden Jubiläumsfeier mit Geschichten, Gedichten, Hunsrücker Stickelcher und Lieder aus Pleizenhausen.

Unter dem Slogan, "Pleizenhausen, ein freundliches Stück Hunsrück" wurde am Freitag, dem 03.07.2001 das große Fest mit einem Kommersabend feierlich begangen. Neben Grußworten der kommunalen Verbände, Kirchen und Vereine wurde ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten, das fast ausschließlich von Pleizer und ehemaligen Pleizer Bürgern gestaltet wurde. Mit einem großen Zapfenstreich ging der Kommersabend feierlich zu Ende. Zu den Musikklängen des Musikvereins Dörth flankierten einheimische und benachbarte Feuerwehrleute mit Fackeln im Zelt und schufen eine feierliche Atmosphäre, die einem kalte Schauer über den Rücken laufen ließen.

 

Der darauffolgende Samstag stand dann im Zeichen der Jugend und Junggebliebenen. Die Rock- & Funband Melibokus begeisterte ihre Zuschauer und traf mit ihrer Musik genau den Nerv des zahlreichen Publikums. Die 0:3 Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Bulgarien im Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft war zur Nebensache geworden und schnell vergessen.

 

Am Sonntag strömten unzählige, für das kleine Dorf eigentlich schon fast zu viele Besucher (schätzungsweise 4.000 bis 5.000), durch die Straßen unserer festlich hergerichteten Gemeinde. Das ganze Dorf war eine Markt- und Theaterbühne mit Gauklern, mittelalterlichen Spielmanns- und Tanzgruppen. Altes Handwerk wurde gezeigt, bäuerliche Bräuche nachgestellt, historische Geräte präsentiert, und überall im Dorf lag Stroh auf den Straßen. Im Gemeindehaus war eine mit viel Liebe zum Detail zusammengetragene Ausstellung historischer Einrichtungsgegenständen und eine Fotoausstellung zu besichtigen. Im Festzelt, das von der bekannten den Inhabern der Speisegaststätte "Grüner Baum" erwartungsgemäß professionell gut geführt wurde, war am Nachmittag ein Treffen aller ehemaligen Pleizer organisiert. Hier wurde gerätselt, vermutet .... wer ist denn der ?....., die kenne ich doch ?


Ein für die Pleizer unvergesslich schöner Tag ging mit dem Abendprogramm, der Tanz- und Show-Band "Sound-Selection" und einer ausgelassenen, tapfer aushaltenden Dorfgemeinschaft und nicht müde werdenden Gästen zu Ende.

Obwohl man von den Anstrengungen des Festes eigentlich viel zu müde war, wollte am Montagabend doch kaum jemand zu Hause bleiben. Fast niemand wollte es versäumen im Festzelt unter den Klängen von "Winfried Caspar" das gemeinsame Finale eines langen, anstrengenden, aber schööönen Festes ausgiebigst und ausgelassen zu feiern.

 

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Was könnte uns dieser Baum wohl für Geschichten erzählen...

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